Farbige Kontaktlinsen – mit und ohne Stärke

Farbige Kontaktlinsen sind ein kosmetischer Blickfang, sowohl für Personen mit oder ohne Fehlsichtigkeit. Sie dienen nicht als Sonnenschutz oder zur Filterung schädlicher Strahlung, sondern um gelegentlich oder öfters die eigenen Augenfarbe zu verändern. Dabei handelt es sich um weiche Linsen, die als Tages oder Monatslinsen erhältlich sind. Die Eigenschaften und Materialien entsprechen denen von normalen weichen Linsen, die Farbzone ist heute zumeist im Material eingeschlossen, und nicht mehr wie früher oberflächlich aufgedruckt. Dabei existieren verschiedene Varianten, die hauptsächlich in 2 Gruppen unterteilt werden: tönende und farbverändernde Linsen.

Tönende Linsen – die eigene Augenfarbe verstärken

Tönende Linsen sollen die eigene Irisfarbe etwas intensivieren oder leicht verändern, zumeist mit einer durchgehenden schwachen Tönung.  Dabei bleibt der natürliche Eindruck der Iris großteils erhalten und man kann durchaus interessante Effekte damit erreichen. Optisch wirken sie aber manchmal etwas dumpf, das Auge verliert an Charakteristik.

Farbverändernde Kontaktlinsen

Farbverändernde Linsen haben kräftigere Farben am Rand und sind in der Mitte farblos, wodurch man die eigene Irisfarbe auch völlig verändern kann. Je nach Grundfarbe der Iris ergibt sich damit ein mehr oder weniger natürlicher bis unnatürlicher Gesamteindruck der Augen. Vor allem aus näheren Distanzen ist das Farbmuster auf den Linsen gut erkennbar. Auch die äußeren Lichtverhältnisse spielen bei Farblinsen eine große Rolle.

Je nach Umfeldhelligkeit varriert die Größe der Pupille des menschlichen Auges, eine sich auf dem Auge befindliche Farblinse macht dieses Pupillenspiel aber nicht mit. So kommt es unter Umständen zu unnatürlichem Aussehen oder zu Sehstörungen. Tönende Linsen hingegen nehmen dem Auge permanent Licht weg, was auf Dauer auch nicht günstig sein dürfte.

Hier Illustration Farblinsenaufbau

Nachteile von farbigen Kontaktlinsen

Die Verkehrssicherheit ist mit farbigen Kontaktlinsen nur eingeschränkt gegeben. Durch die Tönung bei den intensivierenden Linsen sind Farbverfälschungen und Lichtmangel möglich. Bei den farbverändernden Linsen mit klarer Pupille ergibt sich eine Art Lochblendeneffekt, das heißt das speziell in der Dämmerung die Pupillen sich weiten und größer als die klare Zone der Linse sein können. Das zentrale Sehen ist dadurch nicht beeinträchtigt, das Gesichtsfeld aber schon. Im Straßenverkehr oder bei Tätigkeiten wo das gesamte Gesichtsfeld erforderlich ist, muß man daher vom Gebrauch von Farblinsen generell abraten. Aber auch bei Helligkeit kann es durch den Lidschlagmechanismus zur Verschiebung der Linsen am Auge und kurzzeitiger Sehstörung kommen.

Nicht für die tägliche Anwendung geeignet

Allgemein kann man sagen dass nichts gegen das gelegentliche Tragen von farbigen Kontaktlinsen spricht, für tägliche Anwendung werden sie aber aus den zuvor genannten Gründen eher nicht mehr empfohlen. Farblinsen müssen natürlich genauso gewissenhaft angepasst werden wie alle anderen Kontaktlinsen, auch wenn sie nur kosmetischen Zwecken dienen. Auch die Handhabung, Hygienevorschriften und Pflege sind genau gleich wie bei allen anderen Linsen.