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Sehen

Alle Sinne sind wichtig für uns, doch keiner hat so eine große Bedeutung wie das Sehen. Die Frage nach unserem wichtigsten Sinnesorgan dürften wohl die meisten Menschen gleich beantworten: die Augen. Menschen sind in erster Linie optisch orientierte Wesen. Das wird auch deutlich anhand einer Zahl: 70 Prozent der Gesamtzahl unserer Sinneszellen befinden sich in der Augennetzhaut.

Der Sehsinn ist der Boss bei der Wahrnehmung: Im Kino glaubt jeder, die Sprache komme vom Schauspieler auf der Leinwand, obwohl sich die Lautsprecher hinter oder neben den Zuschauern befinden. Diese Täuschung basiert auf einer komplexen Zusammenarbeit zwischen den Sinneswahrnehmungen. So führt der Sehsinn meistens (aber nicht immer) die Regie über die anderen Sinne.

Sehvorgang
Das ins Auge treffende Licht, egal ob direkt von einer Lichtquelle ausgehend oder von Gegenständen reflektiert, gelangt durch Hornhaut, Linse und Glaskörper auf die Netzhaut und wird dort von den Stäbchen und Zapfen wahrgenommen. Die dadurch erzeugten Signale werden über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet und dort als Sinneseindruck verarbeitet.

Unsere Fähigkeit in der Nähe und in der Ferne liegende Dinge scharfzu sehen, hängt damit zusammen, dass sich die Wölbung der Linse verändern kann. Beim Blick in die Ferne ist die Wölbung der Linse relativ flach, schauen wir in die Nähe, wird die Krümmung stärker. Wir können also nicht gleichzeitig in die Nähe und in die Ferne scharf sehen, unser Gehirn steuert die Wölbungen der Linse ohne unser weiteres Zutun in Sekundenbruchteilen, sodass uns dies normalerweise nicht weiterauffällt.

Räumliches Sehen erfordert Sehen mit beiden Augen. Durch den Winkel der Sehachsen der beiden Augen kann das Gehirn die Lage im Raum bestimmen. Bei normaler Beleuchtung kann ein gesundes menschliches Auge bis zu 100.000 Farbnuancen unterscheiden.